mo & bsd
"Sinnflut" oder "Wie ich das erste Mal zum Wischen kam..."

Sonntag, 22.06.2008 in Emden

ca 16 Uhr nachmittags...

Total mit der Vorbereitung für die ReWe Klausur beschäftigt und überaus konzentriert bemerke ich nur im Unterbewusstsein, wie sich der Himmel draußen vor meinem Fenster immer mehr verdunkelt.

Überrascht stelle ich fest, dass ich unbedingt Licht benötige.

Der Längste Tag des Jahres, Sommersonnenwende, war gestern. Ich bin mir durchaus darüber im Klaren, dass von nun an die Tage wieder kürzer werden und es abends früher dunkel wird. ... Aber so früh? Nein, natürlich nicht, das ist ein richtig dickes Gewitter welches sich grade über Emden zusammenbraut.

Schön, dann mache ich doch mal eine Pause, ohne Licht geht eh nichts (ich missachte die Existenz von Lampen) und telefoniere erstmal mit meinem Schatz. Nach nur zwei Minuten Gespräch, die sich komplett auf die Dunkelheit draußen bezogen, legt er auf. Tischtennisballgroße Hagelkörnerhämmern gegen sein Fenster.

Typisch, die Männer-WG will sich erstmal gegenseitig nach draußen werfen um zu sehen wie laut junge Männer schreien können - wie sonst sollte man die Schlagkraft eines Hagelkorns analysieren?

Gut, auch ich nehme meine Kamera zur Hand und fotografiere das graue Nichts, was sich plötzlich auf der anderen Seite der Fensterscheibe die Welt ersetzt.

Zwei Bilder *knips* Man sieht echt nichts! Ich greife nach der Kamerahülle vor mir auf der Fensterbank und - halte ein. Wasser? Auf meiner Fensterbank? Um meine Füße? DAS FENSTER IST UNDICHT! AHHHHH

Ganz ruhig bleiben! Was ist zu tun? Sachen – KAMERA – in Sicherheit bringen und dann die Wassermassen aufhalten. (Nein, „Wassermassen“ ist nicht übertrieben, stellt euch eine überlaufende Badewanne vor). Zwei große Badetücher müssen herhalten bis ich es schaffe, einen Aufnehmer und einen Eimer aus dem Putzschrank zu holen.

Der Spuck war nach 5 min Flutung zum Glück wieder vorbei, aber es war sehr erschreckend.

Die Putzerei im Nachhinein war auch nicht grade schön. Da das Fenster meines Mitbewohners ebenfalls aufgegeben hat, warfen wir unseren Bade-, Hand- und Trockentücher zusammen in die Waschmaschine und begaben uns dann wieder zum Putzen in die Zimmer.

Da stand ich nun, dabei einen Eimer Wasser, Allzweckreiniger, Wischer und Aufnehmer. Und jetzt? Fragen über Fragen, aber Ja, der Boden ist trocken geworden, wie es unter dem Parkett aussieht kann ich nicht sagen…

Trotzdem: Was wäre gewesen, wenn ich nicht zu Hause gewesen wäre?
Was, wenn mein Mitbewohner auch nicht da gewesen wäre(Informatiker und seine PC Sachen stehen am Schreibtisch am Fenster!)?

Ich kann nun verstehen, dass die Menschen vor tausenden Jahren Unwetter für Götterzeichen hielten. Mit einem Strohdach hätte ich auch richtig Angst bekommen…

27.6.08 21:04
 


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